Heimat – so ein kurzes Wort, doch so eine große Bedeutung!

Dieses Thema wollte ich schon länger ansprechen, doch irgendwie habe ich nie die richtigen Worte gefunden. Ich konnte meine Gedanken und Gefühle nicht so zusammen fassen, ohne dass es blöd klang, vielleicht bekomme ich es auch heute nicht hin. Aber ich hoffe, dass ihr euch wenigstens versucht in meine Lage zu versetzen. ♥

Beginnen möchte ich mit der Definition der Heimat:

Wie vielleicht einige von euch wissen, wer es noch nicht wusste – weiß es jetzt, bin ich gebürtig nicht aus Deutschland. Geboren bin und aufgewachsen bin ich in Russland. Genau. In dem „bösen“ Russland, wo es „immer“ kalt ist, wo Putin wohnt und regiert und wo Männer Vodka trinken, als wäre es Wasser. Auch wenn ich nicht mit all den Vorurteilen einverstanden bin und manchmal etwas zu aufgewühlt darüber diskutieren mag, werde ich in diesem Post nicht darauf eingehen. Denn egal wie gut oder schlecht Russland ist, es ist und bleibt meine Heimat. Meine Heimat, an die ich mich gern erinnere und auf die ich stolz bin!

Heimat

Schon oft wurde ich in meinem Leben mit Sätzen konfrontiert: „Dann geht doch zurück, wenn es dir hier nicht gefällt!“, „Du lebst hier, also MUSST du dich doch deutsch fühlen!“, „Achja, was bist du denn da weggezogen, um hier in Deutschland schön zu leben?“ usw. Und würden diese Sätze aus dem Mund eines Unbekannten kommen, wäre es mir vollkommen egal, doch immer wieder, hörte ich diese Aussagen von Freunden und Kollegen. Natürlich sind es auch immer die gewesen, die entweder wirklich hier geboren wurden oder in einem sehr kleinem Alter hergezogen sind und sich an ihr Geburtort nicht mehr erinnern.

Doch egal wie lange ich hier leben werden. Wie gut ich mich hier intergriere. Auch wenn meine Familie hier lebt. Das Heimatland bleibt immer das selbe.

Versucht euch doch mal in folgende Situation zu versetzen:
Du bist 11 Jahre alt und deine Eltern entscheiden sich in ein dir komlett unbekanntes Land zuziehen (z.B. Singapur oder sogar Russland). Mit einer anderen Sprache, anderer Kultur und anderen Sitten. Du musst all deine Freunde, die du in den ganzen Jahren hattest, verlassen und dich „für immer“ von ihnen verabschieden. Du musst all deine Sachen und Lieblingsdinge zurück lassen, weil du für diese Reise nur einen Koffer mitnehmen kannst. Und dann bist du da…

Du kommst auf eine neue Schule, mit fremden Kindern, mit einer fremden Sprache und fremder Kultur. Du hast anfangs Schwierigkeiten, denn so ist es in einem fremden Land. Und du wirst jahrelang als ein Ausländer gesehen, weil du anders bist. Und irgendwann nach 15 Jahren ist es nun soweit. Du beherrschst die Sprache (so gut es geht), du hast ein paar Freunde (vielleicht auch einige die aus dem selben Land wie du kommen), du hast einen guten Job (weil du dir wirklich Mühe gegeben hast). Aber was ist nach diesen 15 Jahren nun deine Heimat? Das Land, wo du deine Kindheit verbracht hast, viele unvergessliche Erlebnisse hattest, wessen Kultur und Sitten dir immer noch so nah vorkommen? Oder das „neu“ erkundete Land, mit neuer Sprache, neuen Menschen etc?

Bei mir sagt das Herz definitiv „Russland“ ♥ Und das wunderbare Deutschland ist mein Zuhause! Mein tolles Zuhause, dass ich schätze! ♥

Es ist unerklärlich, aber meine Gedanken sind immer noch in russischer Sprache. Zwischen Curry Wurst und Pelmeni, würde ich defitiv Pelmeni nehmen! Das Buch, dass ich schneller durchlese und inniger verstehe ist auf russisch! Die Witze, über die ich ehrlich lachen kann sind ebenfalls auf russisch. Und so sehr mich die blöden Kommentare manchmal ausser sich bringen, finde ich es toll, dass Russland meine Heimat ist. Denn genau diese Mischung macht mich zu der Person, die ich jetzt bin.

Hast du dir beim Lesen diesen Beitrags auch Gedanken gemacht, was deine Heimat wäre, wenn du jetzt auswandern würdest? Oder bist du vielleicht gar nicht in Deutschland aufgewachsen? Was ist die Heimat für dich?

Ich weiß, dass es ein sehr heikles Thema ist, doch ich würde mich trotzdem sehr über eure ehrliche Meinung freuen ♥