Hier in Deutschland habe ich das Rezept im Laufe der Zeit vereinfacht und an den Alltag angepasst – und so sind meine „Faulen Strudli“ entstanden. Ein Eintopf, der nach Zuhause schmeckt, aber ohne großen Aufwand auskommt. Genau das Richtige für stressige Tage, an denen man trotzdem etwas Warmes, Herzhaftes und Seelenwärmendes braucht.

Die Geschichte der Strudli – von Deutschland nach Osteuropa
Was viele nicht wissen: Strudli haben ihre Wurzeln ursprünglich in Deutschland. Der Name leitet sich vom „Strudel“ ab und bezeichnete früher eine Art gedämpften Teig, der über herzhaften Eintöpfen gegart wurde. Über Auswanderer fand dieses Gericht seinen Weg nach Osteuropa, unter anderem nach Russland, Kasachstan und in andere Regionen der ehemaligen Sowjetunion.
Dort wurde das Gericht weiterentwickelt und an regionale Zutaten angepasst. Besonders beliebt sind Strudli bis heute in vielen Familien als klassisches Sonntags- oder Festtagsessen – herzhaft, sättigend und perfekt für die ganze Familie. Für mich sind Strudli deshalb nicht nur ein Rezept, sondern ein Stück Familiengeschichte auf dem Teller.
Was „Faule Strudli“ so besonders macht
Der Unterschied zwischen klassischen Strudli und meinen Faulen Strudli liegt vor allem in zwei Punkten:
- Das Fleisch:
Während klassische Strudli oft mit bestimmten Fleischstücken zubereitet werden, greife ich hier zu unkomplizierten Varianten, die man jederzeit im Supermarkt bekommt. So bleibt das Gericht alltagstauglich und flexibel. - Der Teig für das Dampfbrot:
Normalerweise wird der Strudli-Teig selbst gemacht, ausgerollt und aufwendig vorbereitet. Für die „faule“ Version nutze ich einfach fertige Sonntagsbrötchen. Diese saugen die würzige Soße wunderbar auf, werden beim Dämpfen herrlich weich und sparen enorm viel Zeit. Das Ergebnis schmeckt trotzdem wie ein echtes Traditionsgericht – nur eben unkomplizierter.

Ein Eintopf für die Seele
Dieser Eintopf ist würzig, deftig, unglaublich aromatisch und einfach ein echtes Wohlfühlgericht. Die Kombination aus zartem Fleisch, weichem Gemüse, herzhafter Brühe und den gedämpften Brötchen sorgt für ein rundes, sättigendes Gericht, das von innen wärmt.
Perfekt für kalte Tage, für gemütliche Abende auf dem Sofa oder wenn man einfach etwas braucht, das nach Zuhause schmeckt. Genau solche Gerichte sind es, die man immer wieder kocht – nicht, weil sie spektakulär aussehen, sondern weil sie sich einfach gut anfühlen.
Fazit: Tradition trifft Alltagstauglichkeit
Faule Strudli sind der beste Beweis dafür, dass traditionelle Gerichte nicht kompliziert sein müssen. Sie verbinden Kindheitserinnerungen, Familienküche und modernen Alltag miteinander.
Ein ehrliches, bodenständiges Essen, das wärmt, satt macht und glücklich macht – und genau deshalb einen festen Platz in meiner Küche hat.
Wenn du Eintöpfe liebst und gerne neue Wohlfühlrezepte ausprobierst, dann sind diese faulen Strudli ein absolutes Muss. 💛


Faule Strudli
Zutaten
- 1 Dose Schweinefleisch
- 1 Zwiebel
- 2 große Möhren
- 10 große Kartoffeln
- Wasser
- 4 Lorbeerblätter
- 2 EL Gemüsebrühe
- Salz, Pfeffer (abschmecken)
- 1 Dose Sonntagsbröttchen
Anleitungen
- Zuerst werden die Zwiebel geschält und fein gewürfelt. Die Kartoffeln ebenfalls schälen und in mundgerechte Würfel schneiden, anschließend die Möhren schälen und grob raspeln. Die Sonntagsbrötchen aus dem Kühlschrank nehmen und aus der Dose holen, damit sie während der Zubereitung Zimmertemperatur annehmen können.
- Das Schweinefleisch aus der Dose in einen großen Topf geben und mit einem Kochlöffel etwas zerkleinern. Die gewürfelten Zwiebeln hinzufügen und alles bei mittlerer Hitze andünsten, bis das Fleisch leicht angebraten ist und erste Röstaromen entstehen. Nun die geraspelten Möhren dazugeben und weitere fünf Minuten mit anbraten, damit sich der Geschmack gut entfalten kann.
- Anschließend die gewürfelten Kartoffeln in den Topf geben und alles mit Wasser aufgießen, sodass die Flüssigkeit etwa zwei Fingerbreit über den Kartoffeln steht. Direkt danach die Lorbeerblätter und die Gemüsebrühe hinzufügen und den Eintopf mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles einmal kräftig zum Kochen bringen.
- Nun werden die Sonntagsbrötchen auf dem Eintopf verteilt. Sie liegen oben auf und werden im Dampf gegart, nicht untergerührt. Den Deckel sofort auf den Topf setzen und den Eintopf bei mittlerer Hitze etwa 45 Minuten sanft köcheln lassen. Wichtig ist, den Deckel während der gesamten Garzeit nicht mehr zu öffnen, da die Brötchen sonst nicht richtig aufgehen und fluffig werden.
- Nach der Garzeit die Strudli vorsichtig aus dem Topf nehmen und beiseitestellen. Den würzigen Eintopf auf Teller oder in Schüsseln füllen und die gedämpften Strudli dazu servieren. Am besten schmeckt das Gericht frisch und heiß – ein echtes Wohlfühlessen, das von innen wärmt.
